Mögliche Ursachen von Autismus
Die Ursachen von Autismus werden immer noch intensiv erforscht. Man geht davon aus, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Dazu können unter anderem genetische Einflüsse oder biologische Prozesse vor, während und nach der Geburt zählen, die die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen (Hirnschädigung/Hirnfunktionsstörung) und somit eine tiefgreifende Entwicklungsstörung bewirken.Die frühe These des letzten Jahrhunderts, dass Autismus durch lieblose Erziehung, fehlende Zuwendung und psychische Traumatisierung entstehen kann, gilt als widerlegt.
Warum die Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung, insbesondere im affektiven und sozialen Bereich, stark beeinträchtigt wird, ist noch weitgehend unbekannt.
Trotz den vielfältigen Forschungen gibt es bis heute keine allgemein gültige Ursache. Es wird vermutet, dass das Zusammenwirken mehrerer Faktoren (z.B. verschiedene genetische und biochemische Besonderheiten) die autistische Entwicklungsstörung verursachen.
Früherkennung und Therapien
Infolge der Seltenheit des autistischen Krankheitsbildes und weil sich die Entwicklungsstörung erst über die Jahre ausgebildet, ist die Früherkennung im ersten und zweiten Lebensjahr sehr schwierig. Eine möglichst frühzeitige Diagnose ist jedoch wichtig für den Entwicklungsverlauf, zur Vermeidung von Entwicklungsverzögerungen und um sekundären Beeinträchtigungen (Familie, Partnerschaft) vorzubeugen.
Ein mehrdimensionaler therapeutischer Ansatz (psychologisch, pädagogisch, medizinisch und sozial) ist notwendig, um ein ganzheitliches Konzept und die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen mit den Eltern bzw. mit dem Kind sicherzustellen. Nur wenn dem Kind mit Autismus zuverlässige und positive Beziehungserfahrungen, Akzeptanz und Wertschätzung vermittelt werden, kann es sich den Förderanregungen öffnen.
Bei der Frühförderung gibt es eine grosse Anzahl spezieller Therapien. Hier seien nur diejenigen aufgeführt, die auch bei erwachsenen Menschen mit Autismus noch eine Rolle spielen:
Der TEACCH-Ansatz (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children) zur Behandlung und Förderung von Menschen mit Autismus ist als ganzheitliches Programm darauf ausgerichtet, die Lebensqualität zu optimieren und die Selbständigkeit im Alltag zu ermöglichen. Die Mittel dazu sind: individuelle Diagnostik und entsprechende Therapien, individuelle Strukturierung von Aufgaben und Handlungen (räumlich und zeitlich), um die Schwächen der Wahrnehmungsverarbeitung zu kompensieren, sowie gezielte Unterstützung der Kommunikation mit Bildern, Symbolen, Gebärden, FC (gestützte Kommunikation), AAC (augmentative and alternative Kommunikation) etc.
Verhaltenstherapeutische Ansätze werden vorwiegend angewandt um störende und unangemessene Verhaltensweisen (übermässige Stereotypien, aggressives Verhalten) ab- und soziale und kommunikative Fähigkeiten aufzubauen. Im Prinzip wird dabei unerwünschtes Verhalten behindert und / oder ignoriert und erwünschtes Verhalten belohnt.
Weitere Methoden sind: Ergotherapie, Physiotherapie, Maltherapie, Musiktherapie oder die anthroposophischen Angebote wie z.B. die Sprachgestaltung, die Heileurythmie und die anthroposophisch erweiterte Medizin.
Medizinische Therapien: Es gibt kein anerkanntes Heilmittel für Autismus. Bei den verschiedenen Störungen, die bei Menschen mit Autismus auftreten können, haben sich jedoch ergänzend zu den oben erwähnten Therapien auch Medikamente als hilfreich erwiesen (z.B. zur Milderung von Angst-, Aggressions- und depressiven Störungen). Menschen mit Autismus reagieren z.T. paradox und besonders sensibel auf die erwünschten und unerwünschten Wirkungen der Medikamente.
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