Betreuung

Jeannette baut ein Objekt aus Lego
Jeannette baut ein Objekt aus Legosteinen.

Wissenswertes zur Betreuung von Menschen mit Autismus

Menschen mit Autismus benötigen eine besonders intensive, individualisierte Betreuung und einen geschützten Lebensraum. Sie haben Mühe die Vielgestaltigkeit und Komplexität unserer Umwelt zu verstehen und ihr besonderes Verhalten kann oft als Versuch interpretiert werden, Ordnung und Sicherheit in der als chaotisch empfundenen Welt zu schaffen und zu finden.

Aggressionen und schwierige Verhaltensweisen können das Zusammenleben in einer Lebensgemeinschaft stören und belasten. Diesen Problemen kann erfahrungsgemäss mit der konsequenten Anwendung der TEACCH-Strategien am besten begegnet werden. Menschen mit Autismus sind angewiesen auf eine "autismusfreundliche" Umgebung, d.h. vor allem auf zuverlässige und gut ausgebildete Betreuungspersonen.

Herkömmliche Erziehungsmethoden, vor allem Tadel, Strafe, Schläge etc. sind praktisch wirkungslos oder verstärken das unerwünschte Verhalten, da der Sinnzusammenhang nicht erfasst werden kann. Sehr ungünstig wirken Druck, Stress und Lärm sowie nervöse und unberechenbare Menschen und Tiere. Grosse Gefahren für Menschen mit Autismus sind der plötzliche Verlust wichtiger Bezugspersonen und ein unvorbereiteter Milieuwechsel, was zu schweren Krisen führen kann.

Wichtig für das Wohlbefinden ist ein vertrautes und gut strukturiertes Umfeld, individuell angepasste Kommunikationsmethoden, ein regelmässiger Tages- und Wochenablauf mit interessanten Tätigkeitsangeboten, familiäre Wohnverhältnisse in einer Kleingruppe (wenn möglich nicht mehr als 6 Mitglieder) und Betreuungspersonen, die für die auftretenden Probleme Verständnis haben und in der Lage sind, mit emotionaler und praktischer Unterstützung auch in schwierigen Situationen Sicherheit und Halt zu geben.

Dank solchermassen angepassten Lebensbedingungen ist auch für schwer behinderte Menschen mit Autismus ein befriedigendes und sinnvolles Leben möglich.

Die TEACCH-Strategien:

  • Personen, die Menschen mit Autismus begleiten und betreuen, erwerben sich fundierte Kenntnisse über den Autismus.
  • Der individuelle Mensch steht im Zentrum. Seine Bedürfnisse werden dank geeigneter Diagnostik (für Erwachsene: AAPEP) richtig erkannt.
  • Ausgehend von den festgestellten individuellen Bedürfnissen werden geeignete Methoden angewandt und praktische Hilfen (Kommunikation, Strukturierung, Visualisierung) entwickelt, um ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen.
  • Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den anderen Bezugspersonen (Eltern, Angehörige, Lehrer, Therapeuten etc.) wird gepflegt.
  • Streben nach dem Optimum an Lebensqualität, nicht nach der Heilung des Autismus.
  • Orientierung an den Interessen und Stärken des Individuums.
  • Es handelt sich um langfristig angelegte Hilfen.

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